Einladung zu einer Andacht zuhause - Pfingsten - Pfarrer Frank

Liebe Gemeindeglieder in Wildentierbach, Rinderfeld, Wermutshausen und Oberstetten,

 

Heute, an Pfingsten, halten Sie die vorerst letzte Andacht für zuhause in Ihren Händen. Die positive Entwicklung der Pandemie macht es möglich, dass wir wieder zum Gottesdienst in die Kirchen dürfen. Hoffen und beten wir, dass es nicht zu einer zweiten Welle und einem erneuten „Lockdown“ kommt! An diesem Pfingstfest, dem Feiertag der Kirche, möchte ich Sie einladen, doch einmal wieder zur Kirche zu kommen. Auch diejenigen, die sich sonst nicht so dafür interessieren! – Es lohnt sich! Versprochen!  Selbstverständlich können Sie auch in Zukunft die aufgezeichneten Gottesdienste aus Rinderfeld im Internet anhören unter www.kirchenbezirk-weikersheim.de/kirchengemeinden/rinderfeld/predigten. 

 

Ich wünsche Ihnen alles Gute und von Herzen Gottes Segen!

 

Ihr Pfarrer Dominik Frank

 

 

 

Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.  Amen.

 

An diesem Feiertag, dem Pfingstsonntag, kommen wir im Gebet vor Gott:

 

Psalm:            100                             (Gesangbuch Nummer 740)

 

Lied:               135, 1-4                      Schmückt das Fest mit Maien

 

Predigttext:               Apostelgeschichte 2, 1-18*

 

            „Als der Pfingsttag gekommen war, waren alle Jünger beieinander an einem Ort. Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Sturm und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. Und es erschienen ihnen Zungen, zerteilt und wie von Feuer, und setzten sich auf einen jeden von ihnen, und sie wurden alle erfüllt von dem Heiligen Geist und fingen an zu predigen in andern Sprachen, wie der Geist ihnen zu reden eingab.

 

Es wohnten aber in Jerusalem Juden, die waren gottesfürchtige Männer aus allen Völkern unter dem Himmel. Als nun dieses Brausen geschah, kam die Menge zusammen und wurde verstört, denn ein jeder hörte sie in seiner eigenen Sprache reden. Sie entsetzten sich aber, verwunderten sich und sprachen: Siehe, sind nicht diese alle, die da reden, Galiläer? Wie hören wir sie denn ein jeder in seiner Muttersprache? Wir hören sie in unsern Sprachen die großen Taten Gottes verkünden. Sie entsetzten sich aber alle und waren ratlos und sprachen einer zu dem andern: Was will das werden? Andere aber hatten ihren Spott und sprachen: Sie sind voll süßen Weins.

 

Da trat Petrus auf mit den Elf, erhob seine Stimme und redete zu ihnen: Ihr Juden, und alle, die ihr in Jerusalem wohnt, das sei euch kundgetan, vernehmt meine Worte! Denn diese sind nicht betrunken, wie ihr meint, ist es doch erst die dritte Stunde des Tages; sondern das ist's, was durch den Propheten Joel gesagt worden ist: `Und es soll geschehen in den letzten Tagen, spricht Gott, da will ich ausgießen von meinem Geist auf alles Fleisch; und auf meine Knechte und auf meine Mägde will ich in jenen Tagen von meinem Geist ausgießen, und sie sollen weissagen. Und es soll geschehen: Wer den Namen des Herrn anrufen wird, der soll gerettet werden.´“

 

Pfingsten. – Ein uraltes, jüdisches Erntefest („Schawuot“ oder „Wochenfest“ genannt) wird zum „Geburtstag der Kirche“. Fünfzig Tage nach Ostern (das Wort „Pfingsten“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet „der 50. Tag“) war die Stadt Jerusalem wieder einmal vollgestopft mit Pilgern aus aller Herren Länder. Aus Norden und aus Süden, aus Osten und aus Westen waren sie gekommen, um im Tempel von Jerusalem zu feiern. Dieser Tag sollte in die Geschichte eingehen. Denn an diesem Tag wurde aus einer kleinen Schar verwirrter und alleingelassener Jünger eine Massenbewegung. Aus der kleinen Sekte der Nachfolger Jesu entstand die christliche Kirche – und damit die größte aller Weltreligionen. An diesem Tag goss Gott seinen Heiligen Geist, den Jesus noch vor seiner Himmelfahrt versprochen hatte, über die Menschen aus und Tausende kamen zum Glauben. Am Ende des Kapitels heißt es, dass allein an diesem ersten Pfingsttag 3000 Menschen auf den Namen Jesu getauft wurden. – Dabei war es von großer Bedeutung, dass es nicht nur Juden aus Israel waren, die diese Grundlage der christlichen Kirche bildeten. Es waren Menschen aus vielerlei Ländern, mit unterschiedlichsten kulturellen Hintergründen und ganz verschiedenen Sprachen. Doch durch die wundersame Kraft des Heiligen Geistes wurden sie alle vereint! – Aus der Vielfalt entstand die Gemeinde Jesu, die bis heute nicht auf eine einzige Sprache oder einen einzigen Kulturraum beschränkt ist, sondern die ganze Erde umspannt. Der Heilige Geist bewirkte das Wunder, dass alle die frohe Botschaft der Jünger in ihrer eigenen Sprache verstehen konnten. – In gewisser Weise ist diese Begebenheit deshalb die Umkehrung der Geschichte vom Turmbau zu Babel (1. Mose 11): Wie Gott damals die Menschen zerstreute, indem er ihre Sprachen verwirrte und ihren Größenwahn bremste, indem er sie davon abhielt, einen Turm bis in den Himmel hinein zu bauen, so vereint er nun durch den Heiligen Geist wieder alle Gläubigen und zeigt ihnen durch Jesus Christus den wahren Weg, wie sie in den Himmel gelangen können. In der christlichen Kirche ist deshalb die Zertrennung in Sprachen, Völker und Nationen aufgehoben! Durch Jesus Christus sind wir alle Brüder und Schwestern, egal aus welchem Erdteil oder aus welchem Land wir kommen!

 

Wodurch identifiziere ich mich? Wer bin ich wirklich? Was macht mich aus?  -  Definiere ich mich zuerst als Deutscher? Als „Derbemer“ / Oberstettener / Rinderfelder / Wermutshäuser etc? Definiere ich mich durch meine Sprache (oder meinen Dialekt), durch meine Kultur oder meine Nationalität? Ist mir das Wichtigste mein Fußballverein oder Musikgeschmack? - Oder aber bin ich zunächst – vor allem anderen – ein Christ? Ist meine Zugehörigkeit zu Jesus Christus und zu seiner Gemeinde das, was mich als allererstes ausmacht? Die Pfingstgeschichte ermutigt uns zu dieser Denkweise: Wie die 3000 Menschen am Pfingsttag (und die vielen Tausend, die folgten), sind wir durch das Evangelium eingeladen, unsere ganze Identität im Lichte Jesu Christi zu begreifen und uns selbst von ihm her zu verstehen. Denn: „Wer den Namen des Herrn anrufen wird, der soll gerettet werden!“  -  Das ist revolutionär! Das krempelt alles um, was wir kennen und stellt unsere ganze Weltordnung auf den Kopf! – Wer Christ ist, der ist aus seiner alten Wirklichkeit herausgenommen und gehört jetzt vor allem anderen zu Jesus Christus! Wie auch Paulus sagt (Galater 3, 28): „Hier ist nicht Jude noch Grieche, hier ist nicht Sklave noch Freier, hier ist nicht Mann noch Frau; denn ihr seid allesamt einer in Christus Jesus.“ – Das war schon damals unerhört! Mehrfach wird davon berichtet, dass die Menschen in Jerusalem „entsetzt“, „verwundert“ und „verstört“ waren. Ihre ganze Weltsicht wurde durch die Worte von Petrus und der anderen Jünger durcheinandergeschüttelt. Und gerade deshalb ging es ihnen „durchs Herz“ und sie kamen zum Glauben. (Zumindest die, die nicht ihr Herz verhärteten und ihren Spott mit den Jüngern trieben.)

 

Heute wird die Kirche leider oft als etwas Langweiliges angesehen, als verstaubt und überholt und ein bisschen weltfremd. Dabei aber hat sie auch heute noch (durch Gottes Geist) die Macht, Menschenleben zu erschüttern und eingefahrene Denkmuster aufzurütteln; sie hat auch heute noch die Macht, Menschen über Grenzen und Distanzen hinweg zu verbinden und zu verbrüdern; sie hat auch heute noch die Macht, uns im Evangelium von Jesus Christus den Weg zum Himmel und zur ewigen Gemeinschaft mit Gott zu weisen. – Deshalb ist auch heute noch Pfingsten, der „Geburtstag der Kirche“, ein Feiertag und ein Grund zur Freude und zur Dankbarkeit!     

                 Amen.

 

Lied:               136, 1+4+7     O komm, du Geist der Wahrheit

 

Gebet:            Dreieiniger Gott,

 

Das gab es noch nie, was damals am ersten Pfingsten geschehen ist: Über alle Grenzen und Schranken hinweg hast du eine neue Gemeinschaft geschmiedet! – Eine Familie derer, die an dich glauben und auf deinen Namen getauft sind. Du hast uns zusammengestellt in deiner Gemeinde. – Nun hilf uns auch, diese Gemeinschaft mit Liebe und Selbstlosigkeit zu leben und zu fördern! Hilf uns, unsere Differenzen zu überwinden und alten Streit niederzulegen. Hilf uns als Kirche, durch deinen Heiligen Geist, eine Bewegung des Guten und des Segens zu sein! – Wir bitten dich: Führe uns vollends aus dieser Corona-Krise heraus! Halte auch in den nächsten Monaten deine heilende und helfende Hand über uns! Sei bei allen, die deine Nähe besonders benötigen. Hab Dank, dass du immer bei uns bist und dass du uns für dein gutes Werk gebrauchen willst!             

 

     Gemeinsam beten wir:  Vater unser im Himmel…

 

Segen:     Heute und für die Zeit, die vor uns liegt, wollen wir uns unter den Segen Gottes stellen:

 

Der Herr segne uns und behüte uns. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf uns und gebe uns Frieden.     Amen

 

 

 

Einladung zu einer Andacht zuhause - 24. Mai 2020 - Exaudi

Liebe Gemeindeglieder in Wildentierbach, Rinderfeld, Wermutshausen und Oberstetten,

 

Heute erhalten Sie die zweitletzte Andacht für zuhause. Nach Pfingsten werden wir die Verteilung einstellen, da sich die Lage sehr positiv entwickelt und wir auch wieder (wenn auch unter Auflagen) zum Gottesdienst in die Kirchen dürfen. Ich bedanke mich für Ihr Interesse in den vergangenen Wochen und würde mich freuen, Sie in Zukunft wieder in der Kirche begrüßen zu dürfen. Wenn Ihnen der Gang zur Kirche trotz allem nicht möglich sein wird, können Sie auch in Zukunft die aufgezeichneten Gottesdienste aus Rinderfeld im Internet anhören unter www.kirchenbezirk-weikersheim.de/kirchengemeinden/ rinderfeld/predigten.     Bleiben Sie gesund und Gott segne Sie!

 

Ihr Pfarrer Dominik Frank

 

 

 

 

Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.  Amen.

 

An diesem Sonntag „Exaudi“, dem Sonntag vor Pfingsten, kommen wir im Gebet vor Gott:

 

Psalm:            27                               (Gesangbuch Nummer 714)

 

Lied:               123, 1-4                      Jesus Christus herrscht als König

 

Predigttext:               Jeremia 31, 31-34

 

            Siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, da will ich mit dem Hause Israel und mit dem Hause Juda einen neuen Bund schließen. Nicht wie der alte Bund gewesen ist, den ich mit ihren Vätern schloss, als ich sie bei der Hand nahm, um sie aus Ägyptenland zu führen; mein Bund, den sie gebrochen haben, ob ich gleich ihr Herr war. Sondern das soll der Bund sein, den ich mit dem Hause Israel schließen will, spricht der HERR: Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben und in ihren Sinn schreiben, und sie sollen mein Volk sein, und ich will ihr Gott sein. Und es wird keiner den andern noch ein Bruder den andern lehren und sagen: "Erkenne den HERRN", denn sie sollen mich alle erkennen, beide, Klein und Groß, spricht der HERR; denn ich will ihnen ihre Missetat vergeben und ihrer Sünde nimmermehr gedenken.“

 

Was ist das, ein „Bund“? –Hier in Deutschland begegnet uns dieses Wort häufig. Wir leben in einer Bundesrepublik, wir haben eine Bundeskanzlerin, eine Bundesliga und eine Bundeswehr. Wir haben Verbündete in der Nato, es gibt das „Bündnis 90 – die Grünen“. Wir reden vom „Bund der Ehe“, vom Naturschutzbund, vom Schlüsselbund oder vom Hosenbund. Das Wort „Bund“ kommt von „zusammenbinden“. Wenn Dinge zusammengebunden werden, dann gehören sie fest zusammen (z.B. ein Bund Petersilie). Wenn Menschen, Gruppen oder ganze Staaten sich durch einen Vertrag aneinanderbinden, dann gehen sie damit eine verbindliche Partnerschaft ein. Jeder ist dann dem Anderen gegenüber verantwortlich. Sie versprechen einander gegenseitige Unterstützung und Hilfe.

 

Die Bibel sagt: Auch Gott hat mit uns Menschen einen Bund geschlossen. Er hat sich mit uns „verbündet“. Das geschah mit seinem auserwählten Volk, den Israeliten, als er ihnen nach dem Auszug aus Ägypten am Berg Sinai die zehn Gebote gab. Auch das war ein Bündnis mit gegenseitigen Rechten und Pflichten. „Ich will ihr Gott sein und sie sollen mein Volk sein“, sagte er. Aber - so muss Gott sich nun durch seinen Propheten Jeremia beklagen - dieser Bund wurde von den Menschen gebrochen. Sie haben sich nicht an ihren Teil der Abmachung gehalten. Sie haben Gottes Gebote übertreten und seinen Willen missachtet. Ein Bündnis ist immer nur so viel wert, wie ein Partner dem anderen vertrauen kann. Bricht ein Bundespartner den Vertrag, dann wird der ganze Bund hinfällig. Gott hatte den Israeliten versprochen, bei ihnen zu sein und sie als Volk zu segnen und sie zu schützen. Im Gegenzug waren sie verpflichtet, sich an seine Gebote zu halten. Wurde doch einmal ein Gebot von einem Einzelnen gebrochen, dann musste dafür das Blut eines Opfertieres fließen. Im Lauf der Jahre kümmerte sich das Volk aber so wenig um Gott und seine Belange, dass Gott schließlich den Bund vom Sinai als gebrochen erachtete. Das lässt er durch Jeremia hier im Predigttext verkünden.

 

Wenn nun die Menschen sich nicht mehr an ihren Teil der Abmachung hielten, würde dann im Gegenzug auch Gott seine segnende und schützende Hand von ihnen abziehen und sie ins Verderben stürzen? Würden sie den Zorn des Allmächtigen über ihre Untreue zu spüren bekommen? – Nein, sagt Jeremia! Im Gegenteil. Gott ist barmherzig und gnädig. Er ist geduldig und bereit zu vergeben. „Einen neuen Bund will ich mit ihnen schließen“, sagt er durch den Propheten, „anders als der alte, der gebrochen wurde.“ Dieser neue Bund soll dadurch gekennzeichnet sein, dass er für alle gilt – für Kleine und für Große. Er wird ein Bund der Gnade und der Vergebung sein. Er wird den Menschen von Gott selbst ins Herz und in den Sinn geschrieben werden. – Mit anderen Worten: Es wird ein Bund sein, der nichtmehr an gegenseitige Bedingungen geknüpft sein wird, sondern ein einseitiger Bund. Für uns Menschen gibt es keine Bedingungen mehr. Er kann nichtmehr gebrochen werden, wenn wir Gottes Gebote nicht befolgen, weil diese Gebote uns ins Herz und in die Seele geschrieben sein werden. Uns wird durch diesen Bund ein für alle Mal alle Schuld vergeben sein, solange wir sie bereuen. Gott kommt uns in diesem neuen Bund so weit entgegen, dass wir als Bündnispartner gar nicht mehr in Gefahr geraten können, den Bund zu brechen. Nur Gott allein ist an Bedingungen gebunden: Er muss für das Opferlamm sorgen, das die Schuld der ganzen Welt tragen kann.    Dieser neue Bund, der neue Pakt, die neue Allianz zwischen Gott und den Menschen wurde schließlich (600 Jahre nach Jeremia) durch Jesus geschlossen. Er war das Opferlamm, das die Schuld und die Untreue der ganzen Menschheit auf sich nehmen konnte. Er war der Garant für den neuen Bund. Sein Tod war die Bedingung, die Gott aus Liebe zu uns erfüllt hat, damit wir bedingungslos Gemeinschaft mit ihm haben können – in diesem Leben und im nächsten. Am Abend vor seiner Hinrichtung feierte er mit seinen Jüngern das Abendmahl und erklärte ihnen dabei den neuen Bund: „Das ist mein Blut des neuen Bundes, das für euch und für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünde.“ Und weil dieser neue Bund größer und weiter ist als der alte, wurde er nicht nur mit den Israeliten geschlossen, sondern mit Männern, Frauen und Kindern aus allen Völkern, Nationen und Sprachen. Menschen auf der ganzen Welt gehören diesem neuen Bund an. Nämlich alle, die an Jesus Christus als ihren Herrn und Heiland glauben. Das heißt natürlich, dass für Christen auch weiterhin Gottes Gebote gelten. Auch wir müssen nach Gottes Willen fragen. Aber durch seinen Heiligen Geist sind sie uns so ins Herz geschrieben, dass sie uns nach und nach in Fleisch und Blut übergehen. Und wenn wir sie doch einmal übertreten, dann gilt für uns das eine Opfer, das Jesus an unserer Statt gebracht hat. Immer wenn wir das Abendmahl feiern, erinnern wir uns an diesen Bundesschluss, der durch Jesus Christus möglich geworden ist. Wir feiern dann die neue Gemeinschaft, die wir mit Gott und auch mit unseren Mitchristen haben dürfen.

 

Die Bibel gebraucht öfters das Bild der Ehe, um Gottes Beziehung zu uns Menschen zu beschreiben: So, wie ein Mann seine Frau liebt, liebt Gott auch uns! Und so wie Mann und Frau einen Bund fürs Leben schließen, der sie zu „einem Fleisch“, d.h. zu einer Einheit, werden lässt, so schließt auch Gott aus Liebe mit uns einen Bund, dem er niemals untreu werden wird (und der auch durch unsere Untreue nicht mehr gebrochen werden kann). Gott ist unser Bundespartner! Er ist unser Verbündeter! – Was kann uns jetzt noch geschehen!?                  Amen.

 

Lied:               179, 1-4          Allein Gott in der Höh sei Ehr

 

Gebet:            Gnädiger Gott,

 

Du bist unser Helfer in aller Not! Du liebst uns, als deine Geschöpfe, von ganzem Herzen! Aber so oft enttäuschen wir dich und fragen nicht nach deinem Willen. Durch Jesus Christus vergibst du uns und schreibst uns deine Gebote ins Herz. Wir bitten dich: Hilf uns, dir zu gefallen und den Bund zu ehren, den du durch Jesu Blut mit uns geschlossen hast! Hilf uns, gerade jetzt in dieser Krisenzeit! Bewahre uns vor weiteren Ansteckungen und vor einer zweiten Welle der Krankheit. Sei weiterhin bei den Kranken und bei den Trauernden. Sei bei den Ärzten und beim Pflegepersonal. Sei bei den Politikern und bei den finanziell Geschädigten. Und stehe auch den Menschen bei, die in armen Ländern leben und durch das Coronavirus noch zusätzlich bedroht werden. Halte alle deine Kinder in deiner Hand!

 

Gemeinsam beten wir:  Vater unser im Himmel…

 

            Segen:        In dieser Zeit der Gnade wollen wir uns unter den Segen Gottes stellen:

 

Der Herr segne uns und behüte uns. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf uns und gebe uns Frieden.     Amen.

 

 

 

Einladung zu einer Andacht zuhause - 17. Mai 2020 - Rogate

 

Liebe Gemeindeglieder in Wildentierbach, Rinderfeld, Wermutshausen und Oberstetten,

 

Am vergangenen Sonntag konnten wir zum ersten Mal wieder Gottesdienste feiern, in Wildentierbach und Rinderfeld. Ich bedanke mich bei allen, die gekommen sind und sich auch sehr gut an die vorgeschriebenen Hygieneregeln gehalten haben. An diesem Sonntag kommen wir zum ersten Mal wieder in Oberstetten und Wermutshausen zusammen. Für Christi Himmelfahrt planen wir einen Distriktsgottesdienst im Grünen am Rinderfelder See. Einzelheiten werden Sie dem Amtsblatt entnehmen können. Wenn die positive Entwicklung der Situation anhält, werden wir erst einmal bis Pfingsten noch diese Andachten in die Häuser verteilen.    

 

Bleiben Sie weiterhin gesund und unter Gottes Segen behütet!

 

Ihr Pfarrer Dominik Frank

 

 

 

Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.  Amen.

 

An diesem Sonntag „Rogate“, dem „Betsonntag“, kommen wir im Gebet vor Gott:

 

Psalm:            18                                (Gesangbuch Nummer 707)

 

Lied:               369, 1-4                      Wer nur den lieben Gott lässt walten

 

Predigttext:               Matthäus 6, 5-15

 

            Jesus Christus spricht: „Wenn ihr betet, sollt ihr nicht sein wie die Heuchler, die gern in den Synagogen und an den Straßenecken stehen und beten, um sich vor den Leuten zu zeigen. Wenn du aber betest, so geh in dein Kämmerlein und schließ die Tür zu und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir's vergelten. Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht viel plappern wie die Heiden; denn sie meinen, sie werden erhört, wenn sie viele Worte machen. Euer Vater weiß, was ihr bedürft, bevor ihr ihn bittet.            Darum sollt ihr so beten: Unser Vater im Himmel! Dein Name werde geheiligt. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.                       Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, so wird euch euer himmlischer Vater auch vergeben. Wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, so wird euch euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben.“

 

„Schüttet euer Herz vor ihm aus, klagt es nur frei heraus, verbergt ihm nichts. Es sei, was es wolle, werft es in großen Mengen vor ihn, als wenn ihr euer Herz einem guten Freund ganz und gar öffnet. Er hört es gerne und will auch gerne helfen und raten.“ – Diesen Ratschlag für das Gebet gab uns unser Reformator Martin Luther. „Öffnet euer Herz vor Gott, wie vor einem guten Freund“, sagt er. Ganz ähnlich hat uns auch Jesus gelehrt. In diesem Abschnitt aus der Bergpredigt sagt er uns, wie wir beten sollen. Und er muss es ja wissen! Als Sohn Gottes und als jemand, der zu seiner Erdenzeit sehr viele Stunden im Gebet verbracht hat (manchmal sogar ganze Nächte lang), bekommen wir von ihm wertvolles „Insiderwissen“ über das Gebet. Und Folgendes sagt er:

 

·         „Wenn ihr betet, sollt ihr nicht sein wie die Heuchler.“ – Das ist kein generelles Verbot, in der Öffentlichkeit zu beten (z.B. im Gottesdienst). Aber wir dürfen nicht mit unseren Gebeten angeben, wie es die heuchlerischen Pharisäer zur Zeit Jesu getan haben. Wir dürfen das Gebet nicht zweckentfremden. Vielmehr sollen wir in unser „Kämmerlein“ gehen, wo uns keiner sieht und wo wir mit Gott allein sind. Das ist eine sehr intime Art des Gebets. Sie ist gleichzeitig entlarvend aber auch entlastend. Vor Gott brauche ich keine Masken zu tragen. Ich muss ihm nichts vormachen. Unser Vater „sieht in das Verborgene!“ Er sieht, was kein anderer Mensch sehen kann! Er sieht unsere geheimsten Sehnsüchte und Wünsche. Er weiß um unsere tiefsten Verletzungen und unsere schwersten Sünden. Er kennt uns besser als selbst unser Ehepartner. Er kennt uns besser als wir uns selbst kennen. Und trotzdem liebt er uns! Manchmal sieht er auch das, was uns selbst noch verborgen ist. Deshalb sind seine Gebetserhörungen oft ganz anders als wir sie erwartet haben, denn er weiß, was wirklich gut für uns ist!

 

·         Wenn ihr betet, sollt ihr nicht viel plappern wie die Heiden.“ – Es braucht nicht viele Worte vor Gott, aber es braucht ehrliche Worte. Wir können Gott nicht überreden und nicht „müdebeten“. Aber trotzdem sollen wir auch beharrlich sein in unseren Anliegen und nicht zu schnell aufgeben. Gott weiß schon, was wir brauchen, bevor wir erst anfangen zu beten. Er weiß um die Situation am Arbeitsplatz oder an der Schule. Er weiß um den Streit in der Familie. Er weiß um die Sorgen und die Ängste, die uns umtreiben. „Euer Vater weiß, was ihr bedürft, bevor ihr ihn bittet.“ – Macht es dann überhaupt noch Sinn, zu beten? Müssen wir es überhaupt noch aussprechen? – Ja, sagt Jesus! Gerade weil Gott alle Dinge weiß und unsere Bedürfnisse kennt, sollen wir zu ihm beten! Wie Luther sagt: Wir dürfen alles vor ihn bringen! Man kann gar nicht zu viele Anliegen haben. Je mehr wir von unserem Leben mit Gott teilen und vor ihn bringen, desto besser! Und je mehr Zeit wir im ernsten Gebet verbringen, desto mehr Segen wird daraus für unser Leben fließen. Denn wie jede menschliche Beziehung an guten Gesprächen (nicht so sehr am „Smalltalk“) wächst, so wächst auch unsere Beziehung zu Gott durch das Gebet.

 

·         Unser Vater“ – Gott ist kein Automat und kein Computer, der auf Knopfdruck unsere Wünsche erfüllt. Gott ist ein lebendiges Gegenüber, unser liebender Vater. Und wie ein Vater am besten weiß, was für seine Kinder gut ist, weiß auch Gott besser als wir selbst, was gut für uns ist. Beten ist immer eine Sache des Vertrauens. Es ist eine Herzensangelegenheit. – Unser Herz spricht zum Herzen Gottes. Deshalb heißt es auch im Katechismus: „Das Gebet ist ein Reden des Herzens mit Gott, in Bitte und Fürbitte, Dank und Anbetung.“ Gott will keine heruntergeleierten Gebetchen hören, bei denen wir uns nichts denken. Er will, dass wir ehrlich mit ihm reden, wie mit einem guten Freund. Und trotzdem gibt es natürlich viele Gebete, die wir nicht selbst formuliert, sondern auswendig gelernt haben: Ein Tischgebet, ein Abendgebet vor dem Schlafengehen oder auch das Vaterunser in der Kirche. Solange wir es ernst meinen und gedanklich bei der Sache sind, sind diese Gebete natürlich sehr gut und hilfreich. (Gerade auch, um in der Familie zu beten, mit den Kindern, oder als Gemeinschaft in der Kirche.)

 

·         Wenn ihr den Menschen nicht vergebt, so wird euch euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben.“ – Am Ende spricht Jesus noch eine Warnung aus: Wenn wir nicht barmherzig und vergebungsbereit sind, wie können wir es dann von Gott erwarten? Wenn wir nicht bereit sind, das zu leben, was wir von Gott erbitten, wie können wir dann auf Erhörung hoffen? – Vielleicht geht ja manche Erfahrung eines scheinbar nicht erhörten Gebetes darauf zurück, dass wir selbst nicht ehrlich waren oder selbst nicht das zu leben und zu geben bereit waren, was wir von Gott gefordert haben. Denken wir einmal darüber nach!

 

·         „Unser Vater im Himmel…“ – Und dann gibt uns Jesus noch ein „Mustergebet“ an die Hand, das wichtigste Gebet der Christenheit, das Vaterunser. Immer wenn wir es, verbunden mit allen Christinnen und Christen auf der ganzen Welt sprechen, nimmt Jesus uns sozusagen mit hinein in sein Gebet. Wir beten zusammen mit ihm zum Vater und dürfen sicher sein, dass er uns hört!

Amen.

 

 

Lied:               618, 1-3          Wenn die Last der Welt

 

Gebet:            Unser himmlischer Vater,

 

Du kennst uns und du weißt, was wir brauchen. Du siehst unser Herz und alles, was sich darin abspielt. Und trotzdem liebst du uns und willst Gemeinschaft mit uns haben! Hilf uns, die Beziehung zu dir nicht zu vernachlässigen, sondern alle Dinge vor dich zu bringen. – Alle schönen Dinge, die uns dankbar machen. Aber auch alle Sorgen und Nöte, die uns das Leben schwer machen. Hab Dank, dass du alles weißt und dass du alle Dinge zum Guten wenden willst!     Wir bitten dich auch für alle Anderen, die deine Hilfe brauchen: Die Kranken und die Einsamen. Die Trauernden und die Verzweifelten. Die Ärzte und die Politiker. Die Menschen in armen Ländern. Sei allen deinen Kindern nahe und führe uns bald aus dieser Krise!                

 

Gemeinsam beten wir:  Vater unser im Himmel…

 

            Segen:        In dieser Zeit der Gnade wollen wir uns unter den Segen Gottes stellen:

 

Der Herr segne uns und behüte uns. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf uns und gebe uns Frieden.     Amen.

 

 

 

 

Einladung zu einer Andacht zuhause - 10. Mai - Kantate

Liebe Gemeindeglieder in Wildentierbach, Rinderfeld, Wermutshausen und Oberstetten,

 

Ab dem heutigen Sonntag dürfen wieder Gottesdienste in den Kirchen stattfinden, allerdings unter strengen Auflagen (zwei Meter Abstand, kein gemeinsames Singen etc.). Wenn Sie lieber noch zuhause bleiben möchten, um kein Risiko einzugehen, werden wir Ihnen auch in den kommenden Wochen noch diese Andacht in die Häuser verteilen. Ich denke, wir alle sind froh und dankbar, dass wir erste Schritte in Richtung Normalität gehen können, - dennoch ist es wichtig, dass wir auf uns selbst und auf Andere Acht geben und weiterhin vorsichtig sind.       

 

Ich freue mich, Sie bald wiederzusehen und wünsche Ihnen einen gesegneten Sonntag!

 

Ihr Pfarrer Dominik Frank

 

 

 

Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.  Amen.

 

An diesem Sonntag „Kantate“, dem „Sing-Sonntag“, kommen wir im Gebet vor Gott:

 

Psalm:            98                                (Gesangbuch Nummer 739)

 

Lied:               302, 1-4                      Du, meine Seele, singe

 

Predigttext:               2. Chronik 5, 2-6 / 12-14*

 

            Da versammelte Salomo alle Ältesten Israels, alle Häupter der Stämme und die Fürsten der Sippen Israels in Jerusalem, damit sie die Lade des Bundes des HERRN hinaufbrächten aus der Stadt Davids, das ist Zion. Und es kamen alle Ältesten Israels, und die Leviten hoben die Lade auf und brachten sie hinauf samt der Stiftshütte und allem heiligen Gerät, das in der Stiftshütte war.

 

Aber der König Salomo und die ganze Gemeinde Israel, die bei ihm vor der Lade versammelt war, opferten Schafe und Rinder, so viel, dass es niemand zählen noch berechnen konnte.

 

Und alle Leviten, die Sänger waren, angetan mit feiner Leinwand, standen östlich vom Altar mit Zimbeln, Psaltern und Harfen und bei ihnen hundertzwanzig Priester, die mit Trompeten bliesen. Und es war, als wäre es einer, der trompetete und sänge, als hörte man eine Stimme loben und danken dem HERRN: "Er ist gütig, und seine Barmherzigkeit währt ewig!" Da wurde das Haus des HERRN erfüllt mit einer Wolke, sodass die Priester nicht zum Dienst hinzutreten konnten wegen der Wolke; denn die Herrlichkeit des HERRN erfüllte das Haus Gottes.

 

König Salomo hat für Gott einen Tempel in Jerusalem gebaut! Jetzt feiert er die Einweihung.  - Durch den Bericht im zweiten Chronikbuch, im Alten Testament, sind wir sozusagen live dabei. Wir erfahren, wer alles mitgefeiert hat: Die Fürsten, die Ältesten und die Stammeshäupter von Israel, also alles was Rang und Namen hatte. Dazu die Priester und die Leviten, die in Zukunft im Tempel dienen sollten. Unter diesen Leviten waren einige, die wir heute als professionelle Musiker bezeichnen würden. Ihre Aufgabe war es, zu Gottes Ehre zu singen und zu musizieren. Sie waren sozusagen die Kantoren und Organisten ihrer Zeit. Unter den Klängen ihrer Musik lässt Salomo die alte Stiftshütte, die Mose während der Wüstenwanderung der Israeliten gebaut hatte, samt der heiligen Bundeslade und allem „heiligen Gerät“ in den neu erbauten, prächtigen Tempel bringen. Dann wird geopfert, so viele Schafe und Rinder, dass niemand sie zählen konnte. Im nächsten Kapitel (2. Chronik 6) wird ein langes Gebet von Salomo überliefert, in dem er um Gottes Schutz für sein Volk bittet. – Und Gott antwortet auf diese große Feier, indem er ganz sichtbar in einer Wolke herabkommt und den Tempel erfüllt und ihn damit in Besitz nimmt.

 

Sieben Jahre hatte es gedauert, den Tempel zu errichten. Die Bibel erzählt, dass Salomo keine Kosten gescheut hatte. Er hatte die edelsten Hölzer und Stoffe kommen lassen; außerdem Tonnen von Gold und Bronze, mit denen alles überzogen wurde. Der neue Bau muss in der Sonne nur so gefunkelt und geglitzert haben. Aber das beeindruckendste an dieser Einweihungsfeier war dann doch der Lobgesang der Priester und Leviten, der hier ausführlich beschrieben wird: „Es war, als wäre es einer, der trompetete und sänge, als hörte man eine Stimme loben und danken dem HERRN.“ Mit Trompeten, Zimbeln, Psaltern (einer Art Zither) und Harfen spielten sie und sangen dazu: „Gott ist gütig, und seine Barmherzigkeit währt ewig!"

 

Was hat diese alte Geschichte mit uns heute zu tun? – Ausgerechnet heute, wenn wir zum ersten Mal seit langem wieder zum Gottesdienst in die Kirche dürfen, ist dieser Predigttext für den Sonntag Kantate vorgesehen. Eine schöne Fügung! Wie für Salomo und die Israeliten damals ist auch für uns heute ein besonderer Tag. Wir dürfen zurückkehren in unsere Gotteshäuser! Es geht wieder aufwärts! Gott hat uns behütet! Wir dürfen die Freude teilen mit den Menschen von damals. Und auch wenn wir heute (ausgerechnet am „Sing-Sonntag“ Kantate!) noch nicht miteinander singen dürfen, so dürfen wir doch bald wieder einstimmen in das Lob unseres Gottes. - Auch wenn wir heute noch nicht mit vereinter Stimme loben dürfen, so kann uns doch keiner nehmen, zuhause oder beim Spazierengehen eine kleine Melodie zu summen oder ein Liedchen zu trällern zur Ehre unseres Gottes. Denn Grund zum Loben und zum Danken haben wir doch allemal genug – auch trotz der Corona-Krise!          Salomo und seine Fürsten sind längst schon gestorben. Der schöne Tempel in Jerusalem wurde zerstört. Aber was von damals bleibt – bis heute – ist dieses Lob unseres Schöpfers, in das wir von ganzem Herzen einstimmen dürfen!

 

Vieles von dem, was die Religion der alten Israeliten ausgemacht hat, benötigen wir als Christen heute nicht mehr: Wir brauchen keine unzählbar vielen Opfertiere mehr, die für unsere Sünden geschlachtet werden müssen. (Der Tempel damals muss in Wirklichkeit ein reinstes Schlachthaus gewesen sein.) Sondern für uns wurde ein einmaliges, großes, endgültiges Opfer gebracht, als Jesus Christus für uns am Kreuz von Golgatha gestorben ist. Und auch der Tempel als Haus Gottes, in dem Gott sichtbar wohnt, wird heute nicht mehr benötigt. Wir Christen haben keinen zentralen Tempel als Wohnort Gottes. Durch Jesus Christus und durch seinen Heiligen Geist lebt Gott im Herzen eines jeden Gläubigen! – Unsere Kirchen sind keine Tempel, in denen Gott wohnt. Sie sind der Versammlungsort der Gemeinde. Und wo „zwei oder drei in seinem Namen versammelt sind“, da ist dann auch Jesus Christus selbst gegenwärtig (Matthäus 18, 20). Deshalb geht es zur Not auch mal ohne das Kirchengebäude, wie wir in den letzten Wochen erlebt haben. Es geht auch mal ohne Orgel und ohne Kirchenbänke. Aber ohne was es nicht geht, das ist das Lob unseres Gottes! Das sollte uns in Fleisch und Blut übergehen. Wie gut er für uns sorgt, haben wir auch in der letzten Zeit wieder erleben dürfen. Und so stimmen wir mit ein: "Er ist gütig, und seine Barmherzigkeit währt ewig!"      Amen.

 

Lied:               330, 1-4          O dass ich tausend Zungen hätte

 

Gebet:            Heiliger Gott,

 

Wie du für dein Volk damals gesorgt hast, so bist du auch heute noch für uns da! Wie du damals unter den Menschen gewohnt hast, so bist du uns heute noch viel näher durch deinen Heiligen Geist in unseren Herzen! Wir haben so viel Grund zur Freude und zur Dankbarkeit! Und so danken wir dir, wie schon Salomo und sein Volk dir gesungen haben: Für deine Bewahrung in den letzten Wochen! Für den Regen und den Sonnenschein! Für unsere Politiker und für unser Gesundheitssystem! Für die Ärzte und das Pflegepersonal! Für den Neubeginn, der vor uns liegt!

 

Wir bitten dich: Hilf uns, noch vorsichtig zu sein und nichts zu überstürzen. Sei auch weiterhin bei den Kranken, den Trauernden, den Einsamen und den finanziell Geschädigten.       
Bewahre uns weiterhin, damit wir immer einen Grund zum Loben und zum Danken haben können!    


Gemeinsam beten wir:  Vater unser im Himmel…

 

           

Segen:        In dieser Zeit der Gnade wollen wir uns unter den Segen Gottes stellen:

 

Der Herr segne uns und behüte uns. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf uns und gebe uns Frieden.     Amen.

 

 

Einladung zu einer Andacht zuhause am 3. Mai 2020 - Jubilate -

Liebe Gemeindeglieder in Wildentierbach, Rinderfeld, Wermutshausen und Oberstetten,

 

Das Warten hat ein Ende: Wahrscheinlich wird es in der nächsten Woche wieder Gottesdienste in der Kirche geben, wenn auch unter Auflagen. Das Virus ist noch nicht besiegt, aber wir können vorsichtig zurückkehren zu einer Art „Normalität“. Alle Informationen dazu werden Sie im nächsten Amtsblatt erhalten. Am heutigen Sonntag findet in Niederstetten ein Autogottesdienst statt, auch das können Sie im Amtsblatt nachlesen.    

 

Ich wünsche Ihnen und Ihren Lieben einen gesegneten Sonntag – und bis bald!

 

Ihr Pfarrer Dominik Frank

 

 

 

Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.  Amen.

 

An diesem Sonntag „Jubilate“, dem „Jubelsonntag“, kommen wir im Gebet vor Gott:

 

Psalm:            63                                (Gesangbuch Nummer 729)

 

Lied:               406, 1-4                      Bei dir, Jesu, will ich bleiben

 

Predigttext:               Johannes 15, 1-8

 

            „Ich bin der wahre Weinstock und mein Vater der Weingärtner. Eine jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, nimmt er weg; und eine jede, die Frucht bringt, reinigt er, dass sie mehr Frucht bringe. Ihr seid schon rein um des Wortes willen, das ich zu euch geredet habe.

 

Bleibt in mir und ich in euch. Wie die Rebe keine Frucht bringen kann aus sich selbst, wenn sie nicht am Weinstock bleibt, so auch ihr nicht, wenn ihr nicht an mir bleibt. Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun. Wer nicht in mir bleibt, der wird weggeworfen wie eine Rebe und verdorrt, und man sammelt die Reben und wirft sie ins Feuer, und sie verbrennen. Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch widerfahren. Darin wird mein Vater verherrlicht, dass ihr viel Frucht bringt und werdet meine Jünger.“

 

Jesus hat immer gerne Bilder und Vergleiche aus der Natur oder aus der Landwirtschaft gewählt, um den Menschen geistliche Dinge zu erklären. Auch heute sind sie noch gut verständlich.

 

„Eine Rebe kann keine Frucht bringen aus sich selbst, wenn sie nicht am Weinstock bleibt.“ – Dass dieser Satz wahr ist, das kann sich jedes Kind denken. Da brauchen wir gar nicht erst einen unserer Weinbauern aus Ebertsbronn oder Oberstetten fragen. Wenn die Verbindung zum Weinstock abgeschnitten oder abgebrochen ist, dann stirbt die Rebe und wird wertlos. Sie kann dann nur noch weggeworfen oder verbrannt werden. Wenn die Verbindung aber unbeschädigt und stark ist, dann profitiert die Rebe von allen Nährstoffen, die der Stock zu bieten hat und kann volle, reife Früchte ausbilden, die eine gute Ernte garantieren.

 

Die derzeitige Trockenheit macht es nur allzu deutlich: Wo kein Wasser ist und keine Nährstoffe, da verkümmern die Pflanzen. Zweige und Blüten, die keine Verbindung mit einem Stamm haben, der tiefe Wurzeln in den Boden treiben kann, haben keine Chance zu überleben.

 

Genauso macht uns auch die Corona-Krise deutlich: Wir Menschen, wenn wir nur auf uns selbst gestellt sind, sind hilflos. Großen Naturkatastrophen oder einem winzigen Virus sind wir unterlegen. Unsere ganze Zivilisation erweist sich als höchst zerbrechlich und unsere Wissenschaft ist mit ihrer Weisheit am Ende. Vielleicht begreifen wir in dieser Zeit wieder: Wir sind nicht die Herren dieser Welt! Andere Mächte sind größer und stärker als wir! Aber zum Glück steht die höchste und größte Macht auf unserer Seite: Gott, der Schöpfer des Universums.

 

Und dieser Gott sagt uns durch seinen Sohn: Wenn ihr leben wollt, wie es recht ist vor mir und wie ich es mir als Schöpfer wünsche; wenn ihr gute Frucht bringen wollt und nicht wertlos in meinen Augen sein wollt, dann könnt ihr nicht alleine überleben! Wenn eure innere Verbindung zu eurem Schöpfer zertrennt oder vertrocknet ist, dann habt ihr keine Chance, ein fruchtbringendes Leben zu leben. Dann wird der Weingärtner, wenn er am Ende eurer Tage über euer Leben richten wird, euch als verdorrte Rebe abschneiden und ins Feuer werfen. Dann habt ihr keinen Teil an der Ernte Gottes, die er einfährt in sein ewiges Reich.  -  Das sind ganz schön harte Worte von Jesus! Herausfordernde Worte und vielleicht auch beängstigende. Wenn Gott so richtet, hat dann mein Leben einen Wert? Bringe ich gute Frucht? Bin ich Teil der himmlischen Ernte?  

 

Wenn ein Weinbauer durch seinen Weinberg geht und schlechte Reben entfernt (was ja auch heute noch gemacht wird), dann tut er das nicht aus Bösartigkeit den Reben gegenüber. Sondern er tut es, um den Ertrag des ganzen Weinstocks zu verbessern. So ist auch dieses Gerichtswort zu verstehen: Jesus will uns anspornen, ein besseres Leben zum Wohle aller zu führen, das einmal in das ewige Leben bei Gott münden wird. Und damit das gelingt, gibt es eben nur eine Möglichkeit: Wir müssen die Verbindung zu unserem Weinstock, Jesus Christus, halten, der uns „zuströmt Kraft und Lebenssaft“ (wie es im Lied 406 heißt). - „Darin wird mein Vater verherrlicht, dass ihr viel Frucht bringt und werdet meine Jünger“, sagt Jesus. Und er zeigt damit, worauf es ankommt: Sein Jünger sein, ihm nachfolgen, seinen Willen tun, die Gemeinschaft pflegen – und damit Gott die Ehre geben.

 

Was heißt es, Frucht zu bringen im Leben? – Wie lebe ich ein Leben, das Gott gefällt? – „Die Frucht des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Keuschheit“, heißt es in Galater 5,22. Wenn sich diese Dinge in unserem Leben zeigen und Andere sie an uns beobachten können, dann bringen wir gute Frucht.

 

In unserer heutigen Welt sind solche inneren Werte häufig in den Hintergrund gedrängt. Was zählt, ist meistens nur: Erfolg, Karriere, Geld. Wir kümmern uns um unser Aussehen, die Gesundheit unseres Körpers, unser Ansehen bei den Menschen. Wir kaufen uns Statussymbole wie ein modernes Haus oder ein schönes Auto. Aber kümmern wir uns auch um unseren inwendigen Menschen? Fragen wir nach der inneren Verbindung mit unserem Schöpfer? Oder haben wir diese Verbindung schon lange verdorren und vertrocknen lassen?

 

Jesus Christus lädt uns ein: Wir dürfen ein Teil von ihm als Weinstock sein! Wir dürfen teilhaben an seiner Gemeinde und an seinem Reich! Wir dürfen schon jetzt gute Früchte bringen zu Gottes Ehre und eines Tages in seiner Gegenwart ewig leben! – Lassen wir uns das doch nicht entgehen! Schlagen wir uns nicht einsam und kraftlos ohne unseren Schöpfer durchs Leben, sondern nehmen wir den Antrieb und die Kraft in Anspruch, die uns die Gemeinschaft mit unseren Mitchristen und die Verbindung zu unserem himmlischen Vater geben kann! „Bleibt in mir und ich in euch!“, bittet Jesus. „Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben!“ – Bleiben wir mit ihm in Verbindung!       Amen.

 

Lied:               619, 1-4          Du bist der Weg und die Wahrheit und das Leben

 

Gebet:            Liebender Gott,

 

Trotz der Krise wollen wir das Danken nicht vergessen: Wir danken dir für deinen Beistand in dieser Zeit. Wir danken dir für deine Gnade, die sich in so vielen kleinen Dingen zeigt: Im schönen Wetter, im Blühen der Blumen und Bäume, im Lachen der Kinder. Wir danken dir dafür, dass wir zu Essen haben und dass wir gesund geblieben sind.

 

Bitte bewahre uns auch weiterhin! Führe uns alle aus dieser Krise heraus! Gib unseren Politikern Weisheit und hilf uns, weiterhin vorsichtig zu sein. Sei bei den Kranken und bei den Einsamen. Sei bei den Trauernden und den Überforderten. Bewahre die Menschen, die in finanzielle Schwierigkeiten geraten sind. Und nicht zuletzt: Schicke uns Regen, damit wir nicht von einer Krise in die nächste geraten! – Hab Dank, dass du unser starker Weinstock bist, an dem wir bleiben dürfen und der uns Kraft und Antrieb gibt und uns hilft gute Frucht zu bringen.           

 

  Gemeinsam beten wir:  Vater unser im Himmel…

 

           

Segen:        In dieser Zeit der Hoffnung wollen wir uns unter den Segen Gottes stellen:

 

Der Herr segne uns und behüte uns. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf uns und gebe uns Frieden.     Amen.

 

 

 

Einladung zu einer Andacht zuhause am 26. April 2020

Liebe Gemeindeglieder in Wildentierbach, Rinderfeld, Wermutshausen und Oberstetten,

 

Nach und nach werden die Maßnahmen gegen das Coronavirus wieder gelockert. Aber wann (und unter welchen Auflagen) es wieder Gottesdienste geben wird, ist noch nicht geklärt. Hoffen und beten wir, dass es nicht mehr lange dauern wird! Ich lade Sie auch heute wieder ein, beim Klang der Glocken um 10 Uhr diese Andacht zuhause zu lesen. Der Name dieses Sonntags ist „Miserikordias Domini“, die „Barmherzigkeit des Herrn“. - Ein guter Tag, um zu beten und um sich an Gottes Barmherzigkeit (auch in schweren Zeiten) zu erinnern!                                                                                                            

Ich wünsche Ihnen allen Gottes Segen und seinen Beistand!

 

Ihr Pfarrer Dominik Frank

 

 

Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.  Amen.

 

An diesem Sonntag „Miserikordias Domini“ kommen wir im Gebet vor Gott:

 

Psalm:            23                                (Gesangbuch Nummer 711)

 

Lied:               358, 1-4                      Es kennt der Herr die Seinen

 

Predigttext:               1. Petrus 2, 21-25

 

            Christus hat für euch gelitten und euch ein Vorbild hinterlassen, dass ihr sollt nachfolgen seinen Fußstapfen; er, der keine Sünde getan hat und in dessen Mund sich kein Betrug fand;

 

der, als er geschmäht wurde, die Schmähung nicht erwiderte, nicht drohte, als er litt, es aber dem anheimstellte, der gerecht richtet; der unsre Sünden selbst hinaufgetragen hat an seinem Leibe auf das Holz, damit wir, den Sünden abgestorben, der Gerechtigkeit leben. Durch seine Wunden seid ihr heil geworden. Denn ihr wart wie irrende Schafe; aber ihr seid nun umgekehrt zu dem Hirten und Bischof eurer Seelen.“

 

Kein einfacher Predigttext. Aber ein Bild darin ist uns sehr vertraut: Das Bild vom guten Hirten. – Der gute Hirte kennt seine Schafe. Er will ihnen nur Gutes tun. Er weidet sie auf einer grünen Aue und führet sie zum frischen Wasser. Er führt sie auf rechter Straße, um seines Namens willen. So kennen wir es aus Psalm 23, dem bekanntesten Psalm der Bibel. Gott ist dieser gute Hirte, der „Hirte und Bischof unserer Seele“. (Das Wort „Bischof“ war ursprünglich nur ein anderes Wort für Hirte oder Aufpasser.) Gerade in dieser Krise, in der wir uns zur Zeit befinden, ist es doch gut zu wissen, dass wir diesen guten Hirten, den Beschützer unserer Seele, haben. Dass er auf uns aufpasst. Und dass, wenn unser Weg auch einmal durchs „finstere Tal“ hindurchführen muss, sein „Stecken und Stab“ uns trösten.  

 

Jesus hat in seinen Predigten das Gleichnis vom verlorenen Schaf erzählt (z.B. in Lukas 15, 4-7). Von einem Schaf, das die gute Obhut seines Hirten verlassen hat, weil es dachte, selbst bessere Weideplätze finden zu können. Aber in Wirklichkeit verirrte es sich bloß und wäre wahrscheinlich gestorben, wenn der gute Hirte nicht die anderen 99 Schafe im Stall zurückgelassen hätte, um es zu suchen. Dieses Gleichnis greift der Apostel Petrus in seinem Brief auf. „Ihr wart wie irrende Schafe“, schreibt er den Christen. „Aber ihr seid umgekehrt zu dem Hirten und Bischof eurer Seelen.“ – Wir Menschen waren wie verirrte Schafe, bevor wir zum Glauben an Jesus Christus gekommen sind, behauptet er. Hat er damit recht? Vielleicht ging es dem einen oder anderen tatsächlich so, dass er sich verirrt vorkam, dass er keinen Halt und keine Orientierung im Leben hatte, bevor er Zuversicht im Glauben gefunden hat. Andere mögen das anders erlebt haben. Petrus bezieht sich in seiner Aussage auf die Sünde, die alle Menschen unweigerlich immer wieder tun. Das ist für ihn der Irrweg, den wir Menschen gehen, ohne auf Gott zu vertrauen und ohne auf seine Anweisungen zu hören. Wer nicht nach Gottes Geboten lebt, der ist wie ein Schaf, das vom rechten Weg abgekommen ist. Zum Glück aber hat der gute Hirte sich auf die Suche nach uns gemacht. Er hat einen Weg gefunden, um uns aus der Sünde zu befreien und uns wieder zu seiner Herde zurückzuholen. Aber dieser Weg war ein schwerer Weg. Er bedeutete, dass der Hirte selbst sein Leben lassen musste, um sein Schaf zu retten. Er musste selbst zum Opferlamm werden und getötet werden, um für seine Schafe den Weg zurück zu Gott zu ermöglichen. So groß ist die Liebe unseres Hirten! So groß ist seine Barmherzigkeit! – „Durch seine Wunden sind wir heil geworden“, sagt Petrus. Wir müssen nichtmehr in Sünde und Selbstsucht, mit schlechtem Gewissen und Hass auf unsere Mitmenschen umherirren, sondern wir sind durch Jesus Christus zurückgeführt zur Herde Gottes und dürfen dort, in seinem Schutz, sicher und ruhig leben.

 

Und wie wir leben sollen, als erlöste Schafe, das sagt uns Petrus auch. Er sagt, wir sollen uns Jesus als Vorbild nehmen und in seinen Fußstapfen nachfolgen. Wir sollen sein, wie er ist: Sanftmütig und ohne Falsch. Keine Sünde und kein Betrug ist in ihm zu finden. Selbst als er geschmäht wurde, hat er Böses nicht mit Bösem zurückgezahlt. Er wurde nicht zornig und verlor nicht die Beherrschung, selbst als er unschuldig leiden musste. Er hat die Abrechnung Gott überlassen, von dem er wusste, dass er „gerecht richtet“ und dass er einmal alle Untaten zur Rechenschaft ziehen wird. Er hat die Liebe gelebt, als er am Kreuz die Sünden der Menschen „hinaufgetragen hat an seinem Leibe auf das Holz“.

 

So sollen auch wir leben, sagt Petrus, als Schafe des guten Hirten. Durch ihn sind wir „den Sünden abgestorben“ und sollen jetzt „der Gerechtigkeit leben“.

 

Wie könnte das ganz praktisch aussehen? – Es ist gar nicht so leicht, wie es auf den ersten Blick scheinen mag. Auch wir sollen nicht Böses mit Bösem begleichen. Wir sollen lieber zurückstecken und die andere Wange hinhalten, wie Jesus es getan hat. Wir sollen nicht auf unser Recht pochen und wütend auf Andere werden, wenn uns Unrecht geschieht. Sondern wir sollen die Abrechnung Gott überlassen. Wir sollen Liebe zeigen und barmherzig sein, auch wenn die Anderen das nicht erwidern. Wir sollen Frieden halten mit unseren Nachbarn. Wir sollen aufopfernd und zuvorkommend sein, wie Jesus es war.  - Macht uns das nicht schwach in den Augen der Anderen? Werden die Menschen diese Gutmütigkeit nicht ausnutzen? – Vielleicht.  Auch Jesus musste ja leiden. Aber noch in einer anderen Beziehung dürfen wir wie Jesus sein und seinem Vorbild folgen: Nämlich in der absoluten Sicherheit und Gewissheit, dass uns als Kinder Gottes am Ende alle Dinge zum Besten dienen werden. In dem absoluten Gefühl der Geborgenheit bei Gott. Im unerschütterlichen Glauben, dass Gott unser guter Hirte ist, der uns führt und uns leitet. Im völligen Vertrauen auf die Zusage: „Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück. Denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.     Amen.

 

Lied:               391, 1-4          Jesu geh voran

 

Gebet:            Barmherziger Gott,

 

Du bist unser guter Hirte. Du führst uns und behütest uns, auch in dieser schweren Zeit. Du leitest uns auf rechter Straße und hilfst uns, deinen Willen zu tun – auch wenn wir selbst zu schwach dazu sind. Du bist bei uns, auch im finstern Tal. Wir dürfen wissen: Du wirst uns dorthin führen, wo es uns gut geht, denn du liebst uns.

 

            Wir bitten dich: Sei jetzt auch bei den Kranken und bei den Menschen in Quarantäne. Sei bei den Trauernden und bei den Verzweifelten. Sei bei den Kindern, die nicht in die Schule oder in den Kindergarten können – und bei den Eltern, die sie beaufsichtigen. Sei bei den Einsamen. Sei bei den Ärzten und dem Pflegepersonal. Sei bei den Politikern, die jetzt einen kühlen Kopf bewahren müssen. Wie du uns durch deinen Tod am Kreuz von Sünde und Schuld errettet hast, so errette uns jetzt auch aus dieser Krise!

 

Gemeinsam beten wir:  Vater unser im Himmel…

 

           

Segen:        In dieser Zeit wollen wir uns ganz bewusst unter den Segen unsres guten Hirten stellen:

 

Der Herr segne uns und behüte uns. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf uns und gebe uns Frieden.     Amen.

 

 

 

Einladung zu einer Andacht zuhause am 19. April 2020

Liebe Gemeindeglieder in Wildentierbach, Rinderfeld, Wermutshausen und Oberstetten,

 

Ostern ist vorüber, aber die Coronakrise hat uns leider weiterhin fest im Griff. Dennoch dürfen wir wissen, dass wir nicht allein sind: Gott, der uns an Ostern neue Zuversicht und neues Leben geschenkt hat, ist auch heute noch bei uns! Und auch in der Gemeinde sind wir nicht allein, denn wir dürfen miteinander (wenn auch weiterhin räumlich getrennt) durch Gottes Geist verbunden bleiben. Ich lade Sie wieder herzlich ein zur Andacht am Sonntag um 10 Uhr. Beim Klang der Glocken wollen wir miteinander und füreinander beten und aus Gottes Wort hören.         

 

Ich wünsche Ihnen weiterhin alles Gute und Gottes Segen!

 

Ihr Pfarrer Dominik Frank

 

 

Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.  Amen.

 

An diesem Sonntag nach Ostern, am Sonntag „Quasimodogeniti“, kommen wir im Gebet vor Gott:

 

Psalm:            8                                 (Gesangbuch Nummer 705)

 

Lied:               115, 1+2+5+6             Jesus lebt, mit ihm auch ich

 

Predigttext:               Jesaja 40, 28-31

 

            Weißt du nicht? Hast du nicht gehört? Der HERR, der ewige Gott, der die Enden der Erde geschaffen hat, wird nicht müde noch matt, sein Verstand ist unausforschlich. Er gibt dem Müden Kraft und Stärke genug dem Unvermögenden.

 

Jünglinge werden müde und matt, und Männer straucheln und fallen; aber die auf den HERRN harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden.“

 

Frei sein wie ein Vogel, wer hat sich das nicht schon einmal gewünscht? – Einfach losfliegen können. Einfach alle Sorgen, alle Nöte, allen Streit hinter sich lassen und sich mit dem Wind treiben lassen. Die Welt von oben betrachten können und sehen, wie unbedeutend und klein doch unsere Probleme in Wirklichkeit sind. – Gerade jetzt, in dieser Krisenzeit: Wenn manch einer alleine zu Hause sitzt und einem „die Decke auf den Kopf“ zu fallen droht. Wenn es in der Familie Streit gibt, weil man zu lange schon zu eng beieinander ist. Wenn finanzielle Sorgen und gesundheitliche (auch psychische) Probleme uns bedrohen – wie schön wäre es da, wenn wir, stolz wie ein Adler, einfach unsere Flügel ausbreiten und abheben und alles hinter uns lassen könnten? Endlich wieder raus, endlich wieder frei sein, endlich wieder unter Menschen können! Wie schön wäre das!

 

            Wie geht es uns in dieser Krise? Sind wir langsam mit den Nerven am Ende? Sind wir „müde und matt“? Sind wir die Nachrichten zu Corona leid? Sehnen wir uns danach, unsere Familie, unsere Freunde, unsere Nachbarn endlich wieder sehen zu können?   -   Dann sind diese Worte des Propheten Jesaja genau das Richtige für uns: „Die auf den Herrn harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden.“

 

Weißt du nicht? Hast du nicht gehört?“, fragt der Prophet. - Unser Gott, der ewige Gott, der Himmel und Erde erschaffen hat, für den gibt es keine Krise. Er hat den Mond und die Sterne erschaffen, wie es in Psalm 8 heißt; die wilden Tiere und die Vögel. Sollte ihm eine Krankheit aus dem Ruder laufen? Nicht einmal der Tod seines eigenen Sohnes an Karfreitag hat ihm einen Strich durch die Rechnung gemacht. Im Gegenteil: Es war Teil seines göttlichen Planes, die Menschheit zu erlösen, wie sich am Ostermorgen gezeigt hat. „Sein Verstand ist unausforschlich“, sagt Jesaja. „Er wird nicht müde noch matt.“

 

            Es ist doch tröstlich, einem solchen Gott anzugehören! Er hält die Welt – auch mit all ihren Schattenseiten – in der Hand. Er ist größer als alle unsere Sorgen. Und er gerät selbst niemals ins Wanken. Wir können nur staunen, wie der Beter in Psalm 8, wenn wir seine Werke betrachten.         Gott hat unsere Welt nicht vergessen! Das hat er uns an Ostern bewiesen, als Jesus siegreich aus dem Grab hervorkam und Tod, Verzweiflung und Krankheit besiegt hat. Als er uns Hoffnung und ewiges Leben geschenkt hat mit dem Wunder der Auferstehung. Auch uns hat er nicht vergessen! Er will uns von seiner Kraft und seiner Stärke abgeben, damit wir nicht verzweifeln müssen.  Er gibt dem Müden Kraft und Stärke genug dem Unvermögenden.“, sagt der Prophet.

 

            Stärke genug“ – das ist doch eine beruhigende Zusage! Nicht alle werden so viel Kraft bekommen, wie ein Adler, mit der sie stundenlang durch die Lüfte segeln können. Nicht alle werden so viel Ausdauer bekommen, wie ein Marathonläufer, mit der sie laufen können „und nicht matt werden“. Aber allen ist so viel Kraft versprochen, wie es „genug“ ist. Jeder bekommt so viel, wie er oder sie benötigt. Gott versorgt uns. Er hilft uns. Er weiß, was wir brauchen. Wenn uns die Kraft auszugehen droht, dann wird er uns neuen Antrieb geben, damit wir es schaffen bis ans Ziel!

 

            Jünglinge werden müde und matt, und Männer straucheln und fallen.“ – Das heißt, jedem Menschen geht irgendwann einmal die Puste aus. Irgendwann kommt jeder an den Punkt, an dem er nicht mehr weiterkann. Als Menschen sind wir nicht allmächtig und nicht unbesiegbar. Jeden trifft früher oder später einmal eine Krise, die er nicht allein bewältigen kann. – Aber Gott ist allmächtig. Und er hat den Tod besiegt. Denen, die auf ihn „harren“ und an ihn glauben, gibt er die nötige Energie, die Krise durchzustehen. Deswegen: Kommen wir doch im Gebet zu Gott und bitten ihn um diese „neue Kraft“. Er wird sie uns nur allzu gerne geben! Kommen wir gerade jetzt mit allen unseren Anliegen zu ihm. Er wird uns hören und uns beistehen! Vergeuden wir nicht diese Zeit der Besinnung, die uns gegeben worden ist! Nutzen wir die Gelegenheit, unser Leben vor Gott neu zu überdenken!

 

            Harren“, dieses alte Wort bedeutet „voller Hoffnung auf etwas warten“. Das wollen auch wir tun: Wir wollen warten auf Gott und auf seinen Beistand. Wir wollen nicht die Hoffnung aufgeben und den Kopf in den Sand stecken. Sondern wir wollen geduldig darum beten und daran glauben, dass Gott uns beistehen und uns mit neuer Kraft ausstatten wird. Wir wollen darauf vertrauen, dass Gott auch in der tiefsten und schwärzesten Krise nicht zulassen wird, dass uns unsere letzten Kräfte ausgehen. Wir wollen nicht auf unsere Sorgen schauen, sondern auf die Größe unseres Gottes.  Wir wollen darauf warten, mit zuversichtlichem und dankbarem Herzen, dass man bald auch von uns sagen wird: „Die auf den HERRN harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden.“             

 

         Amen.

 

Lied:               408, 1-6          Meinem Gott gehört die Welt

 

Gebet:            Großer Gott,

Wenn wir deine Schöpfung betrachten, dann können wir nur staunen über deine Schönheit und Allmacht. Wie wunderbar wieder alles wächst und blüht! Du hast es alles weise geordnet. Wenn wir an die vergangenen Feiertage denken, an das Kreuz und an das leere Grab, dann können wir dir nur danken. Wir sehen daran: Du hältst alle Dinge in deiner Hand! Wenn wir erschöpft oder traurig sind, dann gibst du uns neue Kraft, weil du uns liebst.

                        Wir bitten dich: Gib diese Kraft auch den Ärzten und dem Pflegepersonal in den Krankenhäusern. Gib sie den Kranken und ihren Angehörigen. Gib sie den Einsamen und den Sorgenvollen. Gib sie den Politikern und den Entscheidungsträgern auf allen Ebenen. Besiege mit deiner Macht das Virus und führe uns alle heraus aus dieser Krise.

 

Gemeinsam beten wir:  Vater unser im Himmel…

 

           

Segen:        In dieser Zeit nach Ostern wollen wir uns ganz bewusst unter Gottes Segen stellen:

 

Der Herr segne uns und behüte uns. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf uns und gebe uns Frieden.  

   Amen.

 

 

Gottesdienste an Karfreitag und Ostern mit Pfarrer Frank auf you Tube

Gottesdienst an Karfreitag mit Pfarrer Frank

Gottesdienst an Ostersonntag mit Pfarrer Frank

Einladung zu einer Andacht zuhause statt Gottesdienst (Palmsonntag)

 

 

Liebe Gemeindeglieder in Wildentierbach, Rinderfeld, Wermutshausen und Oberstetten,

 

Palmsonntag – Die Karwoche liegt vor uns und das Osterfest. Wer hätte noch vor wenigen Wochen gedacht, dass wir diese wichtige Zeit nicht gemeinsam in der Kirche feiern können? – Und doch, wer sich dafür interessiert, kann inzwischen sehr viele Andachten, Gottesdienste usw im Internet finden. (Schauen Sie doch mal unter www.elk-wue.de/gemeindeleben-online nach.) Auch wir planen, für Karfreitag und Ostern einen Gottesdienst als Video ins Internet zu stellen. Wenn Sie gerne eine gesprochene Version dieser Andacht anhören möchten, können Sie das hier tun: www.kirchenbezirk-weikersheim.de/kirchengemeinden/rinderfeld/predigten/2020. Und schließlich, wer sich schon einmal auf Ostern einstellen möchte, dem empfehle ich einen virtuellen Gang durch den Ostergarten Oberrimbach auf Youtube unter „Kirchengemeinde FiSchLi“.

Ich wünsche Ihnen für diese heilige Zeit Gottes Segen und seine Bewahrung!

Ihr Pfarrer Dominik Frank

 

 

 

Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.  Amen.

 

An diesem Sonntag vor Ostern, dem „Palmsonntag“, kommen wir miteinander vor Gott und bitten um seinen Trost und seinen Beistand. Wir beten:

 

Psalm:            69                               (Gesangbuch Nummer 731)

 

Lied:               624, 1-3                      Weiß ich den Weg auch nicht

 

Predigttext:               Johannes 12, 12-19

 

            Als am nächsten Tag die große Menge, die aufs Fest gekommen war, hörte, dass Jesus nach Jerusalem kommen werde, nahmen sie Palmzweige und gingen hinaus ihm entgegen und schrien: Hosianna! Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn, der König von Israel!

 

Jesus aber fand einen jungen Esel und setzte sich darauf, wie geschrieben steht: "Fürchte dich nicht, du Tochter Zion! Siehe, dein König kommt und reitet auf einem Eselsfüllen."

 

Das verstanden seine Jünger zuerst nicht; doch als Jesus verherrlicht war, da dachten sie daran, dass dies von ihm geschrieben stand und man so an ihm getan hatte. Die Menge aber, die bei ihm war, als er Lazarus aus dem Grabe rief und von den Toten auferweckte, bezeugte die Tat. Darum ging ihm auch die Menge entgegen, weil sie hörte, er habe dieses Zeichen getan. Die Pharisäer aber sprachen untereinander: Ihr seht, dass ihr nichts ausrichtet; siehe, alle Welt läuft ihm nach.

 

Jesus kommt nach Jerusalem! – Und die Menschen denken: Jetzt bricht sein Reich an. Jetzt wird er sich zum König von Israel machen und die verhassten Römer aus dem Land werfen. Jetzt wird er endlich unser Leid und unsere Sorgen für immer beenden und uns Frieden bringen.

 

Jesus kommt nach Jerusalem! – Aber nur er allein weiß, dass er nicht gekommen ist, um zu triumphieren, sondern um zu sterben. Nicht, um Krieg und Rebellion zu bringen, sondern um im Stillen, einsam und verlassen, nur ein paar Tage später hingerichtet zu werden. Nicht, um gehuldigt zu werden, sondern um verspottet, angespuckt und gedemütigt zu werden.

 

Die Menschen dachten, sie hätten Gottes Willen durchschaut. Wahrscheinlich hatten sie jahrelang dafür gebetet, dass Gott seinen Erlöser schickt. Sie hatten zu Gott gefleht, endlich das Joch der Besatzungsmacht von ihnen zu nehmen. Und jetzt kam der, der selbst die Toten auferwecken konnte, - der Lazarus aus dem Grab gerufen hatte. War das nicht endlich die Erhörung all ihrer Gebete?                      -  Aber Gott handelt anders, als wir es erwarten. Meistens kommt er nicht mit Pomp und Gloria, sondern er kommt im Stillen und handelt im Verborgenen. Wer nur die großen Schlagzeilen des Weltgeschehens liest, der übersieht ihn meist. Das kennen wir aus der Weihnachtsgeschichte, als Jesus ganz anders geboren wurde, als es alle erwartet hatten, im Stall von Bethlehem. Und auch das Ende seiner Erdenzeit kam anders als gedacht.

 

Bestimmt haben die meisten von uns auch schon diese Erfahrung gemacht: Gott antwortet meistens nicht so auf unsere Gebete, wie wir es erwarten. Oft verstehen wir sein Eingreifen erst im Nachhinein, wenn wir noch einmal über die Situation nachdenken. – Ganz so, wie es den Jüngern im Predigttext ging.                    Gerade jetzt in dieser Krisenzeit beten wieder viele Menschen zu Gott. Viele dieser Gebete werden auch scheinbar unbeantwortet bleiben. Vielleicht werden auch wir erst im Nachhinein Gottes Handeln und seine bewahrende Hand in dieser Zeit sehen können. Deshalb: Geben wir nicht auf, zu beten! Denn Gott hört uns! Und er hilft uns! – Nur meistens anders als wir denken.

 

Jesus kommt nach Jerusalem! – Doch er lässt sich nicht zum König krönen. Er führt keinen Feldzug an und befehligt keine Soldaten. In Wirklichkeit tut er etwas (auch wenn es damals niemand verstanden hat), was die Welt viel nachhaltiger geprägt und verändert hat, als es je ein König oder gar ein Kaiser hätte tun können: „Er trug unsre Krankheit und lud auf sich unsre Schmerzen.“, sagte schon der Prophet Jesaja von ihm (Jesaja 53, 4+5) „Er ist um unsrer Missetat willen verwundet und um unsrer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt.

 

Jesus kommt nach Jerusalem! – Er kommt nicht, um in die Politik damals einzugreifen. Aber er kommt, um die ganze Menschheit mit Gott zu versöhnen. Er kommt, um mich und dich frei zu machen, von allem was uns innerlich bindet. Er kommt, um Frieden mit Gott und Vergebung unserer Sünden zu bringen.

 

Jesus kommt nach Jerusalem! – Er sagt: Das Reich Gottes ist schon inwendig in uns angebrochen. Es ist noch klein, wie ein Senfkorn. Es kommt nicht mit Macht und Herrlichkeit. Aber es kommt da, wo Menschen sich freimachen lassen von Schuld und Verstrickung. Es kommt da, wo Menschen im Einklang mit Gott leben. Es kommt da, wo Menschen einander Gutes tun.        – Und wenn wir ganz genau hinschauen, dann können wir das auch bei uns in dieser Krisenzeit beobachten: Menschen, die einander helfen. Die als Arzt oder als Krankenschwester für Andere da sind. Die für ihre Nachbarn Einkäufe erledigen. Die ein ermutigendes Wort über den Gartenzaun rufen. Die mit einsamen Menschen telefonieren. Die für Andere beten.            Wenn wir ganz genau hinsehen, dann können wir es bemerken: Gott wirkt schon mitten unter uns. Sein Reich ist angebrochen. Er ist uns nahe, gerade jetzt. Er hilft uns, auch wenn wir es nicht gleich sehen können. Deshalb: geben wir die Hoffnung nicht auf! Vertrauen wir auf Gott und arbeiten wir mit in seinem Reich!  Denn: Jesus kommt! – Nicht nur nach Jerusalem. Sondern auch nach Wildentierbach! Auch nach Oberstetten! Auch nach Rinderfeld! Auch nach Wermutshausen!                    Amen.

 

 

Lied:               170, 1-4          Komm, Herr, segne uns

 

Gebet:            Allmächtiger Gott,

 

Manchmal sind wir verzweifelt und fühlen uns alleingelassen, weil wir dein gnädiges Handeln in der Welt nicht wahrnehmen können. Manchmal sind wir enttäuscht, weil wir denken, dass du unsere Gebete nicht erhörst. – Stärke in diesen Momenten unseren Glauben! Gib uns Vertrauen und öffne uns die Augen! Hilf uns, selbst Werkzeuge deines Friedens zu sein und durch unsere guten Taten an deinem Reich mitzubauen.

                        Wir bitten dich für alle, die von der Coronakrise besonders betroffen sind: Für die Kranken und ihre Angehörigen, die Einsamen, die Ärzte und die Krankenpfleger, die Politiker, die Geschäftsinhaber… Bewahre uns und führe uns bald aus dieser Krise heraus.

 

Gemeinsam beten wir:  Vater unser im Himmel…

 

           

Segen:        In dieser Zeit der Unsicherheit wollen wir uns ganz bewusst unter Gottes Segen stellen:

 

Der Herr segne uns und behüte uns. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf uns und gebe uns Frieden.     Amen.

 

 

 

Einladung zu einer Andacht zuhause – statt Gottesdienst (29.03.2020)


 

Liebe Gemeindeglieder in Wildentierbach, Rinderfeld, Wermutshausen und Oberstetten,

 

Wie geht es Ihnen?    - Das derzeitige Kontaktverbot ist nicht leicht, vor allem für alleinlebende Menschen. Gerade deshalb ist es wichtig, dass wir jetzt zusammenhalten und einander helfen. Wenn ich als Pfarrer oder wir von der Kirchengemeinde Ihnen in irgendeiner Weise helfen können, dann zögern Sie nicht, im Pfarramt anzurufen!      


Außerdem ist es wichtig, dass wir füreinander beten. Deshalb lade ich Sie auch diesen Sonntag wieder ein, eine Andacht zuhause zu lesen. Um 10 Uhr am Sonntagvormittag werden dazu wieder die Glocken läuten. Die Landeskirche lädt außerdem ein, jeden Abend einen Moment innezuhalten und zu beten. Schon seit Jahrhunderten läuten dazu abends die Glocken. (Je nach Gemeinde um 19 oder um 20 Uhr.) Es ist doch eine gute Gelegenheit, diese alte Tradition wieder aufleben zu lassen!

 

Ich wünsche Ihnen allen Gottes Segen und seine Bewahrung!

 

Ihr Pfarrer Dominik Frank

 

 

Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.  Amen.

 

Obwohl unsere Kirchen geschlossen sind, wollen wir an diesem 5. Sonntag der Passionszeit, am Sonntag „Judika“, miteinander vor Gott kommen. Wir beten:

 

Psalm:            46                                (Gesangbuch Nummer 725)

 

Lied:               97, 1 - 6                      Holz auf Jesu Schulter

 

Predigttext:               Hebräer 13, 12-14

 

            „Darum hat auch Jesus, damit er das Volk heilige durch sein eigenes Blut, gelitten draußen vor dem Tor. So lasst uns nun zu ihm hinausgehen vor das Lager und seine Schmach tragen.

 

Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.“

 

Moment mal! – Diesen Satz, den kennen wir doch von Beerdigungen und von Trauerfeiern: „Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.“   - Ist das jetzt angemessen als Predigttext? Ist dieser Satz in Zeiten von Corona, angesichts der Bilder aus Italien und Spanien von vielen hundert Todesopfern, nicht schon fast makaber? Wir wollen doch jetzt nicht vom Tod reden und vom Himmel, - von der „besseren Stadt“, die auf uns wartet.

            Aber auf den zweiten Blick steckt doch auch viel Trost in diesen Versen aus dem Hebräerbrief.  Ja, die „bleibende Stadt“, damit ist die Ewigkeit gemeint; unsere wahre Heimat als Christinnen und Christen; der Ort der ewigen Freude, an dem unser Heiland auf uns wartet. Dieser Glaube an einen besseren Ort hat schon vielen Kranken, Verzweifelten und Sterbenden Trost gebracht. Er kann aber auch uns Gesunden neuen Mut und Hoffnung geben!

 

            Ist es nicht gerade jetzt gut zu wissen, dass wir als Christen eine Heimat haben, die nicht von dieser Erde ist? Ist es nicht gerade jetzt, da alles so unsicher geworden ist und uns die Zerbrechlichkeit des menschlichen Daseins vor Augen geführt wird, gut zu wissen, dass unsere Sicherheit und unser Halt nicht von dieser Welt ist? Ist es nicht gerade jetzt, da die Welt scheinbar ins Wanken gerät (vgl. Psalm 46), gut zu wissen, dass unser Leben von höherer Stelle aus geführt und bewahrt wird?

 

            Schon immer waren Christen dazu aufgefordert, nicht zu sehr an dieser Welt zu hängen, sondern vielmehr auf den Schöpfer zu vertrauen, der größer ist als alles Sichtbare, das uns umgibt. Schon immer waren Christen dazu aufgefordert, ihr Herz nicht zu sehr an das Vergängliche zu hängen, sondern vielmehr Gott zu lieben und „Schätze im Himmelreich“ zu sammeln. Auch der Schreiber des Hebräerbriefs redet davon. Er sagt: So, wie Jesus „draußen vor dem Tor“ gelitten hat, also abseits vom großen Getümmel, weg von dem Ort, an dem die Mehrheit der Menschen ihrem Leben nachging, - so sollen auch wir „hinausgehen vor das Lager“.  -  Es ist also ein Aufruf dazu, sich nicht am Maßstab der Menschen zu messen, nicht mit dem Strom zu schwimmen, sondern vielmehr dem Beispiel Jesu zu folgen. – Auch wenn uns das zu Außenseitern macht und wenn es bedeutet, „seine Schmach“ mittragen zu müssen.

 

            Die Coronakrise zeigt: So stabil, wie wir dachten, ist unsere moderne Welt gar nicht. Die Globalisierung, von der viele profitiert haben, ist uns nun zum Verhängnis geworden. Die moderne Technik und die Wissenschaft können uns nicht (zumindest noch nicht) helfen!

 

            Wie gut, wenn unsere Hoffnung nicht auf diese Welt gebaut ist! Und wie gut, wenn unsere eigentliche, innere Heimat nicht verlorengeht, auch wenn die Welt um uns herum zusammenbrechen sollte!

 

            Diese himmlische Heimat hat Jesus für uns erkauft, als er am Kreuz von Golgatha für uns gestorben ist. Er hat die Tür geöffnet, die zuvor verschlossen war. Er hat als Opferlamm für alles bezahlt, was uns von Gott bisher getrennt hatte. Das meint der Hebräerbrief mit der Aussage, dass Jesus sein „Volk heiligte durch sein Blut“. – Dieses tiefe Geheimnis, dass durch das Leiden eines Einzigen das Heil der ganzen Welt erkauft wurde, feiern wir normalerweise an Karfreitag und an Ostern. Wer diesem Heiland im Glauben nachfolgt, dem wird auch die Tür zur neuen Heimat geöffnet. Der darf sein Leben auch festmachen an der Hoffnung, die nicht von dieser Welt ist!

 

            Macht uns diese Hoffnung zu weltfremden Spinnern? Führt sie dazu, dass wir uns nichtmehr um unsere Mitmenschen kümmern und uns nur noch auf das Jenseits vertrösten lassen, wie manche Menschen behaupten?     -    Zum Glück nicht! Das zeigen auch die nächsten Verse im Hebräerbrief (13, 15-16). Dort heißt es: „Gutes zu tun und mit andern zu teilen vergesst nicht; denn solche Opfer gefallen Gott.                     Wer mit der Hoffnung auf das ewige Leben lebt, der kann schon jetzt und hier frei von Angst und Sorgen leben. Wer nach der „zukünftigen Stadt“ sucht, der kann schon jetzt und hier die Hoffnung und die Zuversicht weitergeben, die Jesus uns schenkt. Wer im Frieden mit Gott lebt, der kann und soll auch im Frieden mit seinen Nachbarn leben.

 

            Deshalb: lassen wir uns trösten in dieser schweren Zeit durch das Wissen, dass wir an anderer Stelle eine „bleibende Stadt“ haben! Tun wir einander Gutes, weil Jesus uns Gutes getan hat! Und haben wir keine Angst, denn unser Dasein (im Diesseits und Jenseits) steht in Gottes Hand!                   Amen.

 

 

Lied:               574                  Nichts soll dich ängsten

 

Gebet:            Ewiger Gott,

Du hast uns erschaffen und in deiner Hand steht unser ganzes Leben - vom ersten Tag an bis zum letzten. Was auch geschieht, wir sind bei dir geborgen und von dir getragen. Hab Dank, dass du uns eine Heimat schenkst, die nicht von dieser Welt ist. Und einen Halt und eine Sicherheit, die keine Krise dieser Welt zerstören kann.

 

Wir bitten dich auch heute für alle Menschen, die mit dem Coronavirus infiziert sind, oder die schon einen lieben Menschen verloren haben. Wir bitten dich für die Ärzte und für das Pflegepersonal. Wir bitten dich für unsere Politiker und für die Wissenschaftler. Wir bitten für diejenigen, die jetzt in finanzielle Schwierigkeiten geraten sind und für die, die zuhause einsam sind: Sei ihnen nahe in dieser Krise und segne sie. Wehre dieser Krankheit und beende sie bald!       

 

Gemeinsam beten wir:  Vater unser im Himmel…

 

           

Segen:        In dieser Zeit der Unsicherheit wollen wir uns ganz bewusst unter Gottes Segen stellen:

 

Der Herr segne uns und behüte uns. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig. Der Herr

erhebe sein Angesicht auf uns und gebe uns Frieden.     Amen.

 

 

Einladung zu einer Andacht zuhause – statt Gottesdienst (22. März 2020) mit Pfarrer Frank

 

Liebe Gemeindeglieder in Wildentierbach, Rinderfeld, Wermutshausen und Oberstetten,

 

So etwas gab es noch nie – nicht einmal im Krieg: Die Kirchen sind geschlossen, Gottesdienste wurden verboten. Viele Menschen sind verunsichert, was noch werden wird und wann es endlich wieder „normal“ wird.      Gerade in dieser Zeit wollen wir einander nicht alleine lassen, sondern zusammenstehen, einander helfen und auch gemeinsam unseren Glauben leben. Auch wenn wir uns nicht zum Gottesdienst treffen dürfen, können wir doch aneinander denken und füreinander beten. Wir brauchen keine Angst zu haben, denn Gott ist bei uns! – Er wird uns auch durch diese schwere Zeit sicher hindurchführen!           Anstatt eines Gottesdienstes lade ich Sie ein, am Sonntagmorgen diese Andacht zu lesen – entweder allein oder im Kreis Ihrer Familie. Sie brauchen dazu nur ein Gesangbuch. Wir werden am Sonntag in allen vier Gemeinden um 10 Uhr die Glocken läuten, zum Zeichen, dass (trotz Corona) Christinnen und Christen miteinander verbunden sind und gemeinsam beten.      Ich wünsche Ihnen allen Gottes Segen und seine Bewahrung!

Ihr Pfarrer Dominik Frank

 

 

Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.  Amen.

 

Obwohl unsere Kirchen geschlossen sind, wollen wir doch an diesem 4. Sonntag der Passionszeit, am Sonntag „Lätare“, miteinander vor Gott kommen. Wir beten:

 

Psalm:       91                        (Gesangbuch Nummer 736)

 

Lied:          396, 1-3 + 6                Jesu, meine Freude

 

Predigttext:                 Matthäus 26, 36-41

 

         „Da kam Jesus mit ihnen zu einem Garten, der hieß Gethsemane, und sprach zu den Jüngern: Setzt euch hierher, solange ich dorthin gehe und bete. Und er nahm mit sich Petrus und die zwei Söhne des Zebedäus und fing an zu trauern und zu zagen. Da sprach Jesus zu ihnen: Meine Seele ist betrübt bis an den Tod; bleibt hier und wachet mit mir!                   Und er ging ein wenig weiter, fiel nieder auf sein Angesicht und betete und sprach: Mein Vater, ist's möglich, so gehe dieser Kelch an mir vorüber; doch nicht, wie ich will, sondern wie du willst!               Und er kam zu seinen Jüngern und fand sie schlafend und sprach zu Petrus: Konntet ihr denn nicht eine Stunde mit mir wachen? Wachet und betet, dass ihr nicht in Anfechtung fallt! Der Geist ist willig; aber das Fleisch ist schwach.“

 

Jesus hat Angst. – Todesangst sogar. Er „fing an zu trauern und zu zagen“, heißt es. Er wusste ganz genau, was auf ihn zukam: Er wusste, dass er verhaftet, gefoltert und schließlich grausam hingerichtet werden würde. Er verbringt seine letzte Nacht im verzweifelten und unruhigen Gebet zu Gott.       - Wie gut wäre es da für ihn gewesen, wenn er seine Freunde an seiner Seite gewusst hätte. Wie tröstlich wäre es gewesen, wenn er gewusst hätte, dass sie mit ihm beten. Aber was tun die Jünger? – Diese Männer, die so lange Zeit mit ihm verbracht hatten. Die noch kurz zuvor behauptet hatten, sie würden immer zu ihm halten. – Sie schlafen und lassen Jesus in seiner höchsten Not allein.

 

Wie oft haben wir diese Geschichte schon gehört? Jedes Jahr vor Ostern hören wir in der Kirche von Jesu Gebet im Garten Gethsemane und von seiner anschließenden Verhaftung. Aber wahrscheinlich ist uns diese Erzählung noch nie so nahe gegangen wie heute. Jetzt ist sie ganz aktuell: Denn auch vielen von uns steckt die Angst in den Knochen. Oder zumindest die Verunsicherung und das Gefühl, einem unaufhaltsamen Prozess hilflos ausgeliefert zu sein. Wahrscheinlich können wir uns in diesem Jahr sehr gut mit Jesus identifizieren.

 

         Wie verhält er sich in dieser gefährlichen Lage?  - Er weiß, was kommen wird, aber er ergreift nicht die Flucht. Er hamstert nicht Lebensmittel und Waffen und verschanzt sich irgendwo. Er wird nicht wütend auf Gott und die Welt. Sondern: Er betet! Er sucht Zuflucht im Gespräch mit seinem himmlischen Vater. Er lässt sich trösten und sich Mut zusprechen von dem, der alle Dinge in der Hand hält. Und so weiß er, dass er doch nicht allein ist! Auch wenn seine Freunde schlafen, Gott wacht doch über ihm! Auch wenn alle anderen Sicherheiten schwinden, der Gott des Himmels und der Erde verlässt ihn nicht. Auch nicht im schwersten Leiden.

 

         Auch wir dürfen in unserer derzeitigen Krise dem Beispiel Jesu folgen: Auch wir dürfen uns unserem himmlischen Vater anvertrauen und für uns selbst, für unsere Verwandten, für Ärzte und Wissenschaftler und für alle Menschen dieser Welt beten. Auch wir sind nicht allein! Auch wir können bei Gott Trost und Hoffnung finden.  – Jesus ermahnt seine Jünger, nachdem er sie aufgeweckt hat: „Wachet und betet!“   -  Auch das gilt uns! – Wir sollen wachsam sein, also nicht den Kopf in den Sand stecken. Wir sollen wachsam sein, indem wir uns informieren und alles Nötige tun, um Schaden von unseren Mitmenschen abzuwehren. Wir sollen wachsam sein, indem wir auch uns selbst schützen und jedes unnötige Risiko der Ansteckung vermeiden. Wir sollen nicht wie die Jünger sein, die schlafen und die gefährliche Situation gar nicht wahrnehmen, sondern wir sollen füreinander da sein und einander helfen. Und vor allem sollen wir beten!

 

         Das Gebet, das Jesus betet, zeugt von einem tiefen Gottvertrauen: „Mein Vater, ist's möglich, so gehe dieser Kelch an mir vorüber; doch nicht, wie ich will, sondern wie du willst!“ 

 

Dieses Gebet können wir heute direkt übernehmen: In Gottes Hand stehen alle Dinge. Er kann alles wenden. Er ist die richtige Adresse, um für ein Ende dieser Krise zu beten. Aber letzten Endes müssen wir darauf vertrauen, dass sein Wille geschieht. Denn sein Wille ist gut und gerecht, auch wenn es manchmal vielleicht nicht danach aussieht. Vertrauen wir darauf, dass er es gut mit uns meint und dass er uns sicher und behütet aus dieser Situation herausführen wird. Vertrauen wir darauf, dass er uns nicht verlässt und dass er am Ende alles zum Guten kehrt.                   Amen.

 

 

Lied:                   171, 1-4    Bewahre uns, Gott

 

Gebet:        Barmherziger Gott,

Wir haben Angst - doch du bist bei uns. Wir wissen nicht, was noch kommen wird - aber du weißt es wohl. Wir sind unsicher - aber du willst uns Zuversicht und Hoffnung geben. Wir bitten dich: Sei du unser starker Fels und unsere Burg, zu der wir fliehen können. Gib uns den Glauben und das Vertrauen, dass du alle Dinge in der Hand hältst und dass du sie zum Guten wenden wirst.  Dein Wille geschehe! Denn wir wissen, dass du nur Gutes mit uns im Sinn hast.

Wir bitten dich für alle Menschen, die von dieser Krise besonders hart betroffen sind: Die Infizierten und die Isolierten, die Ladenbesitzer und die finanziell Geschädigten, die Angehörigen der Verstorbenen und die Einsamen. Wir bitten dich für alle älteren Menschen und alle besonders Gefährdeten: Bewahre sie vor Ansteckung. Wir bitten dich für die Ärzte und das Pflegepersonal: Gib ihnen Kraft und Ausdauer. Hilf uns, in dieser Notsituation zusammenzustehen und einander zu helfen! Wehre dieser Krankheit und beende sie bald!

 

Gemeinsam beten wir:  Vater unser im Himmel…

 

        

Segen:        In dieser Zeit der Unsicherheit wollen wir uns ganz bewusst unter Gottes Segen stellen:

 

Der Herr segne uns und behüte uns. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf uns und gebe uns Frieden.     Amen.