Geschichte der Kirchengemeinde

Das Dorf Waldmannshofen liegt im nordöstlichsten Teil von Württemberg, dem es, obwohl Teil des Ochsenfurter Gaus, seit 1810 politisch zugehört. Das Gebiet um das Dorf ist uraltes Kulturland. Eine Fülle prähistorischer Funde, zahllose heute noch sichtbare ehemalige Feuerstellen, Ergebnisse aus Grabungen, ein Grabhügel und eine keltische Viereckschanze wenige hundert Meter nordwestlich des Dorfes deuten auf eine durchgehende Besiedlung seit der Jungsteinzeit hin. Das Dorf selbst entstand wohl in der Zeit der Fränkischen Besiedlung des Main- und Tauberraums im 6. und 7. Jahrhundert.

Es wurde bereits 807 anlässlich eines Tausches von Besitzungen im Tauber- und Gollachgau zwischen Bischof Egilward von Würzburg und dem Gaugrafen Audulf urkundlich erwähnt.

 

Im 13ten Jahrhundert waren die Schenken von Limpurg, die Familie von Hohenlohe-Brauneck und das Kloster Heilsbronn Besitzer Waldmannshofens. Nach weiteren Wechseln gehörte das Dorf später den Truchsessen von Baldersheim (bis 1474) und bis 1632 dem fränkischen Rittergeschlecht der Rosenberger. Nach dem Aussterben dieser Familie ging Waldmannshofen 1636 als Lehen an Graf Melchior von Hatzfeld und blieb dann für 254 Jahre im Besitz dieses Adelsgeschlechts. Während dieser Zeit kam es immer wieder zu Versuchen der katholischen Schlossherren, ihren Glauben im evangelischen Dorf Waldmannshofen wieder durchzusetzen. Die WaldmannshöferInnen haben sich standhaft und mit Erfolg dagegen gewehrt, die Pfarrer der damaligen Zeit oft herbe Klage führen müssen... 1886 kaufte die Gemeinde Schloss, Gut und zugehöriges Land. Das Renaissance-Schloss, in seiner ursprünglichen Form vermutlich schon in der Stauferzeit entstanden, beherbergt heute das älteste Feuerwehrmuseum des Landes und das Rathaus von Waldmannshofen.

 

Im Jahr 1525 wurde in Waldmannshofen die Reformation eingeführt.

Der damalige erste Pfarrer evangelischen Glaubens, Friedrich Süß, der auch im Bauernkrieg eine bedeutsame Rolle spielte, wurde 1528 als einer der ersten Märtyrer evangelischen Glaubens in Würzburg verbrannt und seine Familie

im Main ertränkt. Seine bewegende Geschichte ist 1913 durch den Waldmannshöfer Pfarrer Richard Barnickel aufgezeichnet worden; seine handschriftlichen Aufzeichnungen wurden 1991 von dem Waldmannshöfer Friedrich Albrecht für den Druck erfasst und können auch im Internet unter der homepage von Hiltrud und Gerhard Bernsdorf zu Waldmannshofen nachgelesen werden.

 

Die Johanniskirche ist in frühesten Zeiten eine Kappelle gewesen; sie wurde 1327 von ihrer Mutterkirche in Lipprichshausen getrennt und zur eigenen Parochie gemacht. Nach mancherlei Umbauten erfolgte 1804-18o6 der entscheidende Neubau der Kirche.So besteht die Johanniskirche heute aus einem spätmittelalterlichen Chorturm mit barocker Haube und einem rechteckigen Saalbau mit Walmdach mit drei umlaufenden Gemeindeemporen und einer Orgelempore über Kanzel und Altar (sog. „Ansbacher Stil“). Im Turmuntergeschoss befindet sich die sog. „Turmschatzkammer“ mit wertvollen, bei der Renovierung 1970 freigelegten Fresken und fünf Grabplatten von Mitgliedern der Familie Rosenberg.

In den von Gerhard Bernsdorf geplanten „Heimatgeschichtlichen Unterlagen der Gemeinde Waldmannshofen“ soll zu Kirche und Kirchhof ein eigener Band erscheinen. Dies zeigt schon das große Interesse, das die Waldmannshöfer für ihre Kirche und deren Geschichte und Gegenwart haben.

Auch die verschiedenen Renovierungen und Sanierungen an und in der Johanniskirche in den vergangenen 50 Jahren wären ohne das große Engagement der Gemeindeglieder nicht möglich gewesen:

1950 Neuanschaffung von drei Glocken (nachdem die alten im Krieg zu „Rüstungszwecken“ abgeliefert werden mussten)

1970 Turm und Schiff der Johanniskirche werden gründlich renoviert - samt Einbau einer Heißluftheizung und Anschaffung von Stühlen statt der bisherigen Bänke. Dies hat zur Folge, dass der helle und freundliche Kirchenraum nicht nur für die traditionellen Gottesdienste, sondern auch für viele andere Feiern genutzt werden kann.

1976 Einbau einer neuen Orgel in den aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts stammenden Orgelprospekt.

2000 Durch immer stärker werdende Risse im Turm ergibt sich die Notwendigkeit einer erneuten Kirchenrenovierung und – in deren Folge- einer Sanierung der Orgel samt Einbau des bisher fehlenden Violonbassregisters.

Nur die Spendenfreudigkeit und die enge Zusammenarbeit aller ( ob sie sich nun besonders im Kirchengemeinderat oder im Ortschaftsrat, bei den Landfrauen oder im Sängerkranz oder bei der Feuerwehr engagieren) hat dies ermöglicht – und natürlich auch für Einweihungsfeste gesorgt, die weithin Beachtung fanden...